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Der Eine, der alles schlechter macht

Es gibt Erlebnisse aus dem Alltag, die es einfach Wert sind, sie mit anderen Menschen zu teilen. Nicht, weil sie besonders aussergewöhnlich sind – nein – sondern weil sie uns zum Denken anregen.

Vor wenigen Tagen während einer Vereinssitzung stand einmal mehr die Besprechung des nächsten Club-Ausfluges im Raum. Der allgemeine Tenor schien relativ klar: im nächsten Jahr will man mal etwas Anderes machen – „etwas Neues“. Wie der Verein selber sollten sich schliesslich auch die Mitglieder weiterentwickeln. Nach der anfänglichen Euphorie und einigen geschmiedeten Plänen wurden dann dennoch die ersten, leisen Zweifel geäussert. Und zwar von ihm – dem Einen: „Woher kommt diese plötzliche Unzufriedenheit?“ hat er gefragt. „Es war doch immer gut, so wie es bis jetzt war. Tagsüber wandern und am Abend schön essen gehen. Alle waren zufrieden. Es gab keine bösen Überraschungen. Damit waren wir jedes Jahr auf der sicheren Seite.“
Ein Raunen ging durch die Menge – Recht hatte er! Ich konnte sehen, wie sich die von dem Einen geäusserten Zweifel quer durch die anwesenden Köpfe im Saal zogen und festsetzten. Es blieb also nichts anderes übrig, als über den bevorstehenden Ausflug abzustimmen, mit dem Resultat: Wir gehen wandern.

Wir kennen ihn alle, diesen Einen – auch aus der Geschäftswelt. Es gibt ihn nämlich in jedem Komitee und in jeder Organisation. Er liebt das Altbekannte und das Durchschnittliche. Neue Ideen werden von ihm abgeschmettert mit der Begründung, die Kunden könnten vom neuen Konzept, Produkt oder Design enttäuscht sein oder sich sogar beklagen. Dabei sei doch das Wichtigste, dass es allen gefällt.
FALSCH. Es ist wichtig, dass wir uns langsam aber sicher von dieser unflexiblen Denkweise distanzieren und uns trauen, loszulassen. Uns trauen, neben dem Altbewährten auch mal etwas Neues auszuprobieren. Es mag vielleicht stimmen dass eine ausgefallene, gewagte Idee nicht von jedem willkommen geheissen wird, wobei man sich bewusst werden muss, dass „jeder“ nicht die Zielgruppe sein sollte.

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